Von Dominik von Falkenhausen · Praxis & Führung · 2026-02-27 · Aktualisiert am 2026-10-04

Kurz beantwortet: Positionierung und fachliche Inhalte kann niemand von außen ersetzen. Auslagern lässt sich Handwerk und Kontinuität: Umsetzung, Anzeigen, Struktur, Auswertung. Am besten funktioniert ein fester Ansprechpartner, der die Praxis kennt, statt ein Team, das sie nur verwaltet.
Sie können die Arbeit abgeben, aber nicht Ihre Sicht auf Ihre Praxis. Was Sie besonders gut machen, weiß nur Ihr Team. Alles andere (Technik, Anzeigen, Betreuung) kann jemand von außen übernehmen.
Die Frage ist nicht, ob eine Agentur gut oder schlecht ist, sondern welche Aufgabe Sie überhaupt vergeben wollen. Wer „Marketing“ als Ganzes abgibt, gibt auch die Positionierung ab, und genau die kann niemand von außen erfinden.
Eine Marketingagentur lohnt sich für eine ästhetische Praxis, wenn freie Behandlungszeit da ist und jede neue Patientin mehr einbringt, als ihre Gewinnung kostet. Sie lohnt sich noch nicht, solange der Kalender voll ist oder niemand in der Praxis Anfragen am selben Tag beantwortet.
Entscheidend ist weniger die Agentur als die Frage, welche Aufgabe Sie abgeben.
Nehmen Sie die monatlichen Gesamtkosten, also Honorar plus Werbebudget. Teilen Sie diese Summe durch das, was Ihnen eine neue Patientin im ersten Jahr nach Abzug der Material- und Personalkosten einbringt. Das Ergebnis ist die Zahl zusätzlicher Patientinnen, die Sie jeden Monat brauchen, damit sich die Agentur trägt.
Ein Rechenbeispiel, keine Marktzahl: Kosten Betreuung und Werbung zusammen 4.000 Euro im Monat und bringt eine neue Patientin im ersten Jahr 1.000 Euro ein, braucht es vier zusätzliche Patientinnen pro Monat. Behandlungen, die regelmäßig wiederholt werden, rechnen sich dabei schneller als einmalige Eingriffe.
Es lohnt sich eher in diesen Fällen:
Es lohnt sich noch nicht in diesen Fällen:
Der Bundesgerichtshof hat am 31. Juli 2025 entschieden, dass Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern auch bei Unterspritzungen mit Hyaluron unzulässig ist, wenn kein medizinischer Grund vorliegt (Aktenzeichen I ZR 170/24). Grundlage ist § 11 des Heilmittelwerbegesetzes.
Eine Agentur ohne Erfahrung in der ästhetischen Medizin kennt solche Grenzen oft nicht. Verantwortlich bleibt die Praxis. Fragen Sie deshalb vor jeder Zusammenarbeit, wer jede Anzeige vor der Veröffentlichung prüft.
Ob eine Agentur für Praxen grundsätzlich sinnvoll ist, beleuchtet der Beitrag Ist eine Marketingagentur für Praxen sinnvoll?. Welche Anbieter auf die ästhetische Medizin spezialisiert sind, zeigt die Übersicht Wer macht Marketing für die ästhetische Medizin?.
Ihren Schwerpunkt, Ihre Haltung, Ihre Grenzen, Ihre Antworten auf echte Patientenfragen. Diese Substanz entsteht in der Praxis.
Externe Unterstützung kann sie sichtbar machen, aber nicht ersetzen. Fehlt sie, entsteht austauschbares Material, das überall gleich klingt.
Handwerk und Kontinuität: technische Umsetzung, Anzeigenbetreuung, Struktur, Auswertung, regelmäßige Inhalte auf Basis Ihrer Zuarbeit. Diese Aufgaben brauchen Zeit und Übung: beides ist im Praxisalltag knapp.
Weil Verantwortung diffus bleibt. Es gibt Reportings, aber niemand entscheidet. Es gibt Maßnahmen, aber keine Reihenfolge.
Es wechseln Ansprechpartner, aber niemand kennt die Praxis. Das Ergebnis ist Aktivität ohne Wirkung: teuer und schwer zu greifen.
Zwischen „alles selbst“ und „alles abgeben“ liegt ein Modell, das in Praxen meist am besten funktioniert: Die Praxis behält Richtung und Inhalt, ein fester Partner übernimmt Struktur, Umsetzung und Kontrolle. Ein Ansprechpartner, der die Praxis wirklich kennt, schlägt ein Team, das sie nur verwaltet.
Wer schreibt die Texte, und auf welcher Grundlage? Wem gehören Website, Konten und Daten? Welche Zahl gilt als Erfolg?
Wie lange ist die Bindung? Und wer ist mein konkreter Ansprechpartner? Wer hier ausweichende Antworten bekommt, hat sie schon.
Nach drei Monaten sollten Sie sagen können: Diese Fragen beantworten wir jetzt sichtbar, diese Anfragen kommen darüber, dieser Schritt kommt als Nächstes. Wenn Sie stattdessen nur Zahlen ohne Bedeutung bekommen, liegt es nicht am Kanal, sondern an der Zusammenarbeit.
Die beste Konstellation ist selten die größte. Es ist die, in der jemand die Praxis versteht und Verantwortung für das Ergebnis übernimmt.
Denkbar wäre eine Praxis, die über zwei Jahre mit einer großen Agentur zusammenarbeitete, ohne dass sich die Anfragezahl spürbar veränderte. Monatliche Reportings zeigten Reichweite und Impressionen, aber keine Verbindung zu tatsächlichen Terminen.
Nach dem Wechsel zu einem kleineren Anbieter mit einem festen Ansprechpartner, klar definierten Aufgaben und einer einzigen vereinbarten Erfolgszahl, Anfragen pro Monat, ließe sich die Zusammenarbeit deutlich zielgerichteter steuern, unabhängig von der Größe des neuen Partners.
Zuerst intern klären, welche Aufgaben tatsächlich abgegeben werden sollen und welche in der Praxis bleiben. Danach zwei bis drei Anbieter nach denselben Kriterien vergleichen: Ansprechpartner, Eigentum an Inhalten, vereinbarte Erfolgszahl, Vertragsdauer.
Anschließend eine Probephase von einigen Monaten mit klar formulierten Erwartungen vereinbaren. Danach nach drei Monaten eine erste Bilanz ziehen. Zuletzt entscheiden, ob die Zusammenarbeit fortgesetzt, angepasst oder beendet wird.
Erster Fehler: Es wird „das gesamte Marketing“ ohne klare Aufgabentrennung vergeben. Besser ist, einzelne Aufgabenbereiche konkret zu benennen. Zweiter Fehler: Verträge mit langer Mindestlaufzeit werden ohne Probephase unterschrieben.
Besser ist, zunächst eine kürzere Testphase zu vereinbaren. Dritter Fehler: Erfolg wird an Reichweite statt an Anfragen oder Terminen gemessen. Besser ist, vorab eine einzige aussagekräftige Kennzahl festzulegen.
Vierter Fehler: Es fehlt eine feste Ansprechperson, wodurch Wissen über die Praxis verloren geht. Besser ist, auf einem festen Ansprechpartner zu bestehen.
Ein Anhaltspunkt ist, dass Sie nach drei Monaten konkret benennen können, welche Fragen jetzt sichtbar beantwortet werden und welche Anfragen darüber entstehen. Ein zweiter Anhaltspunkt ist, dass der Ansprechpartner Details Ihrer Praxis kennt, ohne dass Sie sie wiederholen müssen.
Ein dritter Anhaltspunkt ist eine nachvollziehbare Berichterstattung, die sich auf die vereinbarte Erfolgszahl bezieht statt auf allgemeine Statistiken.
Die Auswahl eines passenden Partners nimmt inklusive Vergleichsgesprächen meist zwei bis vier Wochen in Anspruch. Eine sinnvolle Probephase dauert drei bis sechs Monate. Laufende Kosten für eine kontinuierliche Betreuung liegen je nach Umfang meist zwischen 500 und 3.000 Euro pro Monat, zuzüglich eines separaten Werbebudgets.
Ein verbreiteter Fehler ist, eine Agentur allein nach Preis oder gestalterischem Eindruck auszuwählen, ohne zu prüfen, ob sie medizinisches Werberecht und die Erwartungen von Patientinnen und Patienten an eine seriöse Praxis kennt.
Ein zweiter Fehler ist, eine Agentur zu beauftragen, ohne selbst zu wissen, welches konkrete Ergebnis erreicht werden soll, etwa eine bestimmte Anzahl an Anfragen für eine bestimmte Behandlung.
Der dritte Fehler ist, die Zusammenarbeit ohne regelmäßige, nachvollziehbare Berichte laufen zu lassen. Ohne klare Zahlen lässt sich nach einigen Monaten nicht beurteilen, ob die Beauftragung sich gelohnt hat oder ob lediglich Rechnungen gestellt wurden.
Ein verlässliches Zeichen ist, dass innerhalb von acht bis zehn Wochen nachvollziehbare Zahlen zu Anfragen, deren Herkunft und deren Umwandlung in Termine vorliegen.
Wenn eine Agentur diese Zahlen offen zeigt und Rückgänge genauso erklärt wie Anstiege, ist das ein Hinweis auf eine Zusammenarbeit, die auf Substanz statt auf reiner Präsenz beruht.
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Praxisbeispiel: Dr. Hendrike Kampmann, Staufen bei Freiburg: Umsatz +30 %. Interview und Einordnung.
Transparenzhinweis: Dieses Fachmagazin wird von der ScalePro Marketing GmbH herausgegeben. Die hier gezeigten Praxen sind Kunden des ScaleBeauty Systems. Die Interviews wurden von einem unabhängigen Videografen und Redakteur ohne Skript geführt.
Individuelle Ergebnisse. Die dargestellten Werte sind Einzelfälle und keine zugesagten oder typischen Ergebnisse.
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