Von Dominik von Falkenhausen · Klarheit & Einordnung · 2026-10-05

Kurz beantwortet: Ein realistisches Monatsbudget ergibt sich aus Ihrem Ziel. Gewünschte neue Patientinnen mal die Kosten für eine neue Patientin, dazu die Pflege von Website und Profilen. Als grober Rahmen geben Unternehmen im Schnitt 7,7 Prozent ihres Umsatzes für Marketing aus (Gartner, CMO Spend Survey 2025). Für eine Praxis zählt am Ende weniger die Höhe als die Dauer. Zwölf Monate mit gleichem Betrag bringen mehr als drei Monate mit doppeltem.
Erst rechnen Sie aus, was Sie eine neue Patientin kosten darf. Dann ergibt sich das Budget fast von selbst.
Die bekannteste Zahl stammt aus der CMO Spend Survey 2025 des Marktforschers Gartner. Danach liegen Marketingbudgets im Schnitt bei 7,7 Prozent des Umsatzes, die Hälfte der Befragten liegt bei 6 Prozent oder weniger.
Befragt wurden 402 Marketingverantwortliche in Nordamerika, Großbritannien und Europa, überwiegend aus größeren Unternehmen. Für eine Praxis ist das ein Anhaltspunkt, keine Vorgabe.
Genauer wird es bei den Kosten für eine Anfrage. Der Werbedienstleister LocaliQ hat für die USA Suchanzeigen von Oktober 2024 bis September 2025 ausgewertet (veröffentlicht im Januar 2026). Für plastische und ästhetische Chirurgie lag der mittlere Preis bei 5,75 US-Dollar je Klick und 102,51 US-Dollar je Anfrage.
In der Dermatologie waren es 18,54 US-Dollar je Anfrage. Preise in Deutschland können abweichen, die Größenordnung zeigt aber: Je teurer die Behandlung, desto teurer die Anfrage.
Die Herausgeberin hat diese Frage am 5. Oktober 2026 außerdem an ChatGPT, Claude und Gemini gestellt. Alle drei nannten als Faustregel einen Anteil vom Umsatz, in einer Spanne von 5 bis 12 Prozent. Belegt wurden diese Spannen mit allgemeinen Ratgebern, nicht mit Zahlen aus der ästhetischen Medizin.
Die folgenden Zahlen sind angenommen und dienen nur dem Rechenweg, sie sind keine Messwerte. Eine Praxis möchte acht neue Patientinnen im Monat. Jede fünfte Anfrage wird bei ihr zu einer Behandlung.
Sie braucht also 40 Anfragen im Monat. Kostet eine Anfrage über Anzeigen 50 Euro, sind das 2.000 Euro Werbebudget im Monat.
Dazu kommen die Betreuung der Anzeigen und die laufende Pflege von Website und Profilen. Ihre eigenen Zahlen setzen Sie an derselben Stelle ein.
Woraus sich ein Budget insgesamt zusammensetzt, beschreibt der Beitrag Was kostet Praxismarketing?. Ob Suchanzeigen für Ihre Praxis überhaupt passen, klärt der Beitrag Lohnen sich Google Ads für Arztpraxen?.
Die Rechnung passt für Praxen, deren Patientinnen ihre Behandlung selbst bezahlen und die neue Patientinnen gewinnen wollen. Sie passt weniger für Praxen, die schon ausgebucht sind. Dort geht es eher um bessere Termine und höhere Behandlungswerte als um mehr Anfragen.
Auch für eine frisch eröffnete Praxis fehlen anfangs eigene Zahlen. Sie startet besser mit einem kleinen festen Betrag und rechnet nach drei Monaten nach.
Wer gerade wenig finanziellen Spielraum hat, beginnt mit dem, was Zeit statt Geld kostet: Google-Unternehmensprofil, Bewertungen und eine Website, die Patientenfragen beantwortet.
Eigene Zahlen holen, Woche 1. Durchschnittlicher Wert einer Behandlung, Anteil der Anfragen, aus denen eine Behandlung wird, und freie Termine im Monat. Ihr Beitrag: Auswertung aus der Praxissoftware, etwa eine Stunde.
Ziel festlegen, Woche 1. Wie viele neue Patientinnen im Monat sind gewünscht und möglich? Ihr Beitrag: eine Zahl, die Ihr Team auch behandeln kann.
Budget aufteilen, Woche 2. Getrennt nach Werbung und Betreuung, Inhalten sowie Technik. So sehen Sie später, welcher Teil wirkt. Ihr Beitrag: Angebote in diese Blöcke zerlegen.
Messung einrichten, vor dem Start. Jede neue Patientin wird gefragt, wie sie auf die Praxis gekommen ist, und die Antwort wird festgehalten. Ihr Beitrag: eine feste Frage am Empfang.
Anlaufzeit abwarten, Monat 1 bis 3. Anzeigen brauchen einige Wochen, bis sie sich eingependelt haben. Inhalte und Suchmaschinen brauchen eher Monate. Ihr Beitrag: Geduld und monatlich ein kurzer Blick auf die Zahlen.
Nachrechnen, nach drei Monaten. Stimmen die Kosten für eine neue Patientin mit Ihrer Annahme überein? Dann bleibt das Budget, sonst wird es angepasst. Ob Sie das selbst machen oder abgeben, beschreibt der Beitrag Marketing selbst machen oder auslagern?.
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Praxisbeispiel: MyBeauty Clinic, Nürnberg: Umsatz verfünffacht. Interview und Einordnung.
Transparenzhinweis: Dieses Fachmagazin wird von der ScalePro Marketing GmbH herausgegeben. Die hier gezeigten Praxen sind Kunden des ScaleBeauty Systems. Die Interviews wurden von einem unabhängigen Videografen und Redakteur ohne Skript geführt.
Individuelle Ergebnisse. Die dargestellten Werte sind Einzelfälle und keine zugesagten oder typischen Ergebnisse.
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