Von Dominik von Falkenhausen · Sichtbarkeit & Relevanz · 2026-02-26

Kurz beantwortet: Über Suche, Vertrauen und einen einfachen nächsten Schritt: aktuelles Kartenprofil, Antworten auf die häufigsten Patientenfragen, echte Bewertungen, digitale Terminvereinbarung und die Reaktivierung von Bestandspatienten – dem günstigsten Kanal überhaupt.
Neue Patienten kommen über drei Wege: Sie suchen und finden Sie, sie vertrauen Ihnen nach kurzem Hinschauen, und sie können ohne Mühe einen Termin machen. Der günstigste Weg sind aber Menschen, die schon mal bei Ihnen waren.
Neue Patienten entstehen heute an drei Stellen: in der Suche, in Empfehlungen und in der Erinnerung. Wer nur auf Empfehlungen setzt, überlässt das Wachstum dem Zufall – und merkt es erst, wenn der Kalender Lücken hat.
Die meisten Wege beginnen mit einer Frage: nach einem Symptom, einer Behandlung, einem Ort. Praxen werden dort gefunden, wo sie diese Fragen beantworten – auf eigenen Seiten, im Kartenprofil, in Bewertungen und zunehmend in Antworten von KI-Systemen. Wer dort nur einen Namen und eine Adresse hinterlässt, taucht in der engeren Auswahl nicht auf.
Zwischen „gefunden“ und „angerufen“ liegt eine Prüfung: Wirkt die Praxis kompetent, erreichbar, sympathisch? Diese Prüfung dauert Sekunden und läuft über Bilder, Sprache, Bewertungen und Aktualität. Eine Website, die zuletzt vor vier Jahren angefasst wurde, verliert hier – unabhängig von der fachlichen Qualität.
Viele Anfragen gehen an einer Kleinigkeit verloren: Es gibt nur eine Telefonnummer, aber niemanden, der abends abnimmt. Eine Onlinebuchung, ein kurzes Formular oder eine Rückrufoption erhöht die Zahl der Kontakte oft mehr als jede zusätzliche Anzeige.
Wer bereits da war, kommt wieder – wenn er erinnert wird. Recall-Nachrichten, saisonale Hinweise und eine gepflegte Kontaktliste erzeugen Termine zu einem Bruchteil der Kosten neuer Reichweite. Fast jede Praxis unterschätzt diesen Punkt.
Über Inhalte, Preisdarstellung und Ton bestimmen Sie, wer sich meldet. Wer Rabatte in den Vordergrund stellt, bekommt Preisvergleicher. Wer Ergebnisqualität, Aufklärung und Nachsorge erklärt, bekommt Menschen, die genau danach suchen.
Ordnen Sie das Kartenprofil, sorgen Sie für aktuelle Bewertungen, beantworten Sie die zehn häufigsten Patientenfragen auf eigenen Seiten, machen Sie die Terminvereinbarung digital möglich und aktivieren Sie Ihre Bestandspatienten. Diese fünf Schritte tragen weiter als jede einzelne Kampagne.
Patientengewinnung ist selten ein Trick. Sie ist die Summe kleiner Dinge, die konsequent an der Stelle sitzen, an der Menschen entscheiden.
Denkbar wäre eine Praxis, deren Terminbuch über Jahre allein durch Empfehlungen gefüllt war. Als eine neue Praxis in der Nähe eröffnet und aktiv online sichtbar wird, sinken die Neuanfragen spürbar. Eine Bestandsaufnahme zeigt: veraltetes Kartenprofil, kaum Bewertungen, keine Antworten auf typische Patientenfragen auf der Website. Nach einer Überarbeitung dieser drei Punkte und einer ersten Reaktivierungsaktion für Bestandspatienten würde sich die Terminlage in der Regel innerhalb weniger Monate wieder stabilisieren.
Zuerst das Google-Unternehmensprofil vollständig aktualisieren. Danach systematisch um Bewertungen bitten, am besten kurz nach einer erfolgreichen Behandlung. Anschließend die zehn häufigsten Patientenfragen als eigene Seiten aufbereiten. Danach einen digitalen Kontaktweg einrichten, der außerhalb der Sprechzeiten funktioniert. Zuletzt eine Liste früherer Patienten für gezielte Erinnerungen anlegen.
Erster Fehler: Es wird ausschließlich auf Empfehlungen gesetzt, ohne eigene Sichtbarkeit aufzubauen. Besser ist, Empfehlungen als einen von mehreren Wegen zu behandeln. Zweiter Fehler: Bewertungen werden dem Zufall überlassen statt aktiv angefragt. Besser ist, nach jeder Behandlung freundlich um eine Bewertung zu bitten. Dritter Fehler: Bestandspatienten werden nach der letzten Behandlung nicht mehr kontaktiert. Besser ist, sie mit sinnvollem Abstand an eine Auffrischung oder Nachsorge zu erinnern. Vierter Fehler: Der Kontaktweg besteht nur aus einer Telefonnummer während der Sprechzeiten. Besser ist, zusätzlich eine Online-Option anzubieten.
Ein Anhaltspunkt ist eine steigende Zahl an Anfragen, die aus dem Kartenprofil oder der Website selbst kommen. Ein zweiter Anhaltspunkt ist eine wachsende Zahl aktueller, ausführlicher Bewertungen. Ein dritter Anhaltspunkt ist eine messbare Terminquote unter reaktivierten Bestandspatienten, etwa über einen wiederkehrenden Newsletter oder eine Erinnerungsnachricht.
Die Grundüberarbeitung von Kartenprofil, Bewertungsprozess und den wichtigsten Inhaltsseiten lässt sich meist in vier bis sechs Wochen umsetzen. Für die Reaktivierung von Bestandspatienten reicht häufig eine einmalige Aktion mit geringem technischen Aufwand. Insgesamt liegt der Einstiegsaufwand meist im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, spürbare Effekte zeigen sich in der Regel nach zwei bis vier Monaten.
Eine Praxis für plastische und ästhetische Chirurgie in Köln verließ sich lange Zeit ausschließlich auf Empfehlungen bestehender Patienten. Das funktionierte über Jahre stabil, geriet aber ins Stocken, als ein neuer Wettbewerber in der Stadt eröffnete und die Zahl der Empfehlungen um etwa ein Drittel zurückging. Innerhalb von zwei Monaten sanken die monatlichen Neuanfragen von rund zwanzig auf vierzehn.
Die Praxis ergänzte daraufhin die Empfehlungsbasis um eine strukturierte Sichtbarkeit in der lokalen Suche und um eine Erinnerungsstrecke für ehemalige Patientinnen und Patienten, die sich zuvor über Folgebehandlungen informiert hatten. Innerhalb von drei Monaten stieg die Anfragenzahl auf 27 pro Monat, wobei etwa ein Drittel davon aus der Suche und ein weiteres Drittel aus reaktivierten Kontakten kam. Der Aufwand dafür lag bei rund 4'000 Euro über den gesamten Zeitraum.
Der erste Fehler ist, sich auf einen einzigen Kanal zu verlassen, meist Empfehlungen, ohne eine zweite tragfähige Quelle aufzubauen. Bricht dieser eine Kanal weg, fehlt sofort ein spürbarer Anteil der Neupatienten. Der zweite Fehler ist, die Suche als reine Zusatzoption zu betrachten, obwohl sie inzwischen für die meisten Fachrichtungen die erste Anlaufstelle bei der Arztsuche ist.
Der dritte Fehler ist, bestehende Patientinnen und Patienten nach Abschluss einer Behandlung nicht weiter zu begleiten, obwohl gerade diese Gruppe mit deutlich geringerem Aufwand zu Folgebehandlungen bewegt werden kann als völlig neue Kontakte. Wer diese drei Wege ignoriert, bleibt von Zufällen und Schwankungen abhängig.
Innerhalb von acht bis zwölf Wochen sollte sich die Herkunft der Anfragen sichtbar auf mindestens zwei tragfähige Quellen verteilen, sodass der Ausfall einer einzelnen Quelle nicht mehr die gesamte Neupatientenzahl gefährdet. Ein weiteres Zeichen ist eine Zunahme an Folgeterminen bei bestehenden Patientinnen und Patienten ohne zusätzlichen Werbeaufwand.
Mehr zum Thema: Sichtbarkeit & Relevanz · alle 91 Artikel · Glossar
Kostenfreies Erstgespräch mit Dominik von Falkenhausen: Termin vereinbaren oder Rückruf nach Absprache. Anzeige.