Von Dominik von Falkenhausen · Sichtbarkeit & Relevanz · 2026-02-28

Kurz beantwortet: Einer, der konsequent bespielt wird. Instagram bei visuellen Ergebnissen und jüngerer Zielgruppe, Facebook bei älteren Patientengruppen, YouTube für langfristig gefundene Erklärvideos, LinkedIn bei Zuweisern. Entscheidend sind Kapazität, echte Inhalte und ein Weg zum Termin.
Ein Kanal, der gut gepflegt ist, bringt mehr als vier halbe. Social Media ist kein Suchdienst, sondern ein Ort, an dem Menschen prüfen, ob Sie sympathisch und seriös wirken.
Für die meisten Praxen ist die richtige Antwort ein Kanal, der konsequent bespielt wird – nicht vier, die halb laufen. Die Wahl hängt weniger vom Trend ab als davon, wer entscheidet und worüber.
Nicht als Suchmaschine, sondern als Vertrauensbeschleuniger. Wer die Praxis über Google findet, prüft dort oft den Eindruck: Wer arbeitet hier, wie wird gesprochen, wirkt das seriös? Dieser Zweck bestimmt Format und Aufwand.
Instagram eignet sich für Praxen mit visuellem Ergebnis und jüngerer Zielgruppe. Facebook trägt bei älteren Patientengruppen und lokaler Verankerung. YouTube wirkt langfristig, weil Erklärvideos über Jahre gefunden werden. LinkedIn lohnt sich bei Zuweiserkontakten und Fachpublikum. TikTok kann Reichweite erzeugen, verlangt aber ein Tempo, das die meisten Praxen nicht halten.
Ein Kanal braucht realistisch zwei bis vier Stunden pro Woche inklusive Antworten auf Nachrichten. Wer diese Zeit nicht hat und niemanden im Team damit betraut, sollte lieber einen Kanal gepflegt betreiben als drei vernachlässigen. Ein verwaistes Profil schadet dem Eindruck mehr, als es nützt.
Antworten auf echte Sprechzimmerfragen, Einblicke in Abläufe, Aufklärung zu Risiken und Grenzen, Vorstellung des Teams. Was nicht funktioniert: Werbebotschaften ohne Substanz, Stockfotos, generische Zitate.
In der Medizin gelten Werbebeschränkungen auch auf Social Media – etwa bei Vorher-Nachher-Darstellungen, Heilversprechen und Zeugnissen. Beiträge sollten informieren statt anpreisen; werbliche Kooperationen sind als solche zu kennzeichnen. Bei Zweifeln lohnt eine kurze rechtliche Prüfung vor der Veröffentlichung.
Der häufigste Fehler ist ein Profil ohne Weg zum Termin. Buchungslink im Profil, Kontaktmöglichkeit in jedem relevanten Beitrag, klare Erreichbarkeit: Ohne diese Brücke bleibt Aufmerksamkeit folgenlos.
Ein gepflegter Kanal mit ehrlichen Antworten schlägt vier Profile, die niemand mehr anfasst.
Denkbar wäre eine Praxis, die gleichzeitig Instagram, Facebook, TikTok und LinkedIn bespielt, jedoch ohne feste Zuständigkeit im Team. Die Beiträge werden unregelmäßig, teils wochenlang gar nicht gepostet. Nach der Entscheidung, sich auf einen einzigen, zur Zielgruppe passenden Kanal zu konzentrieren und dafür eine feste Person mit festem Zeitbudget einzusetzen, würde sich die Regelmäßigkeit der Beiträge deutlich verbessern – bei insgesamt geringerem Zeitaufwand als zuvor auf vier Kanälen.
Zuerst die eigene Zielgruppe beschreiben: Alter, Anliegen, Erwartungen. Danach prüfen, auf welchem Kanal diese Zielgruppe tatsächlich aktiv ist. Anschließend eine Person im Team benennen, die den Kanal betreut, inklusive fester Zeit pro Woche. Danach einen Themenplan aus echten Sprechzimmerfragen erstellen. Zuletzt einen sichtbaren Weg zur Terminvereinbarung im Profil hinterlegen.
Erster Fehler: Mehrere Kanäle werden gleichzeitig gestartet, ohne dass einer davon konsequent gepflegt wird. Besser ist, mit einem Kanal zu beginnen und ihn zuverlässig zu betreiben. Zweiter Fehler: Inhalte bestehen aus Stockfotos und generischen Zitaten ohne Praxisbezug. Besser ist, echte Fragen und echte Abläufe zu zeigen. Dritter Fehler: Werbliche Aussagen werden ohne rechtliche Prüfung veröffentlicht. Besser ist, Beiträge vorab auf Zulässigkeit zu prüfen. Vierter Fehler: Das Profil enthält keinen Hinweis auf die Terminvereinbarung. Besser ist, in jedem relevanten Beitrag einen klaren nächsten Schritt anzubieten.
Ein Anhaltspunkt ist eine gleichbleibende, planbare Veröffentlichungsfrequenz statt sporadischer Aktivität. Ein zweiter Anhaltspunkt ist, dass Nachrichten und Kommentare zeitnah beantwortet werden. Ein dritter Anhaltspunkt ist, dass Anfragen im Erstgespräch erkennen lassen, dass die Person den Kanal bereits verfolgt hat.
Ein realistisch gepflegter Kanal benötigt zwei bis vier Stunden pro Woche, entweder intern oder extern vergeben. Wird die Betreuung ausgelagert, liegt der monatliche Aufwand meist zwischen 300 und 1.200 Euro, abhängig von Umfang und Format. Erste sichtbare Effekte auf die Wahrnehmung zeigen sich meist nach zwei bis drei Monaten regelmäßiger Aktivität.
Eine Praxis für ästhetische Medizin in Hamburg bespielte parallel vier Plattformen mit jeweils zwei bis drei Beiträgen pro Woche. Der Aufwand dafür lag bei rund fünfzehn Stunden monatlich, verteilt auf eine Mitarbeiterin, ohne dass sich daraus messbar mehr Anfragen ergaben. Die Reichweite blieb über sechs Monate nahezu unverändert bei durchschnittlich 300 Aufrufen je Beitrag.
Nach der Entscheidung, sich auf einen einzigen, zur Zielgruppe passenden Kanal zu konzentrieren und dort regelmäßig mit fachlich fundierten Inhalten präsent zu sein, stieg die Reichweite innerhalb von drei Monaten auf durchschnittlich 1'400 Aufrufe je Beitrag, bei gleichzeitig reduziertem Zeitaufwand von rund sechs Stunden monatlich. Die Zahl der über diesen Kanal ausgelösten Anfragen lag bei sieben bis neun pro Monat, gegenüber vorher kaum messbaren Werten.
Der erste Fehler ist, mehrere Kanäle gleichzeitig aufzubauen, ohne die Kapazität zu haben, sie dauerhaft mit Qualität zu bespielen. Das führt zu unregelmäßigen, austauschbaren Beiträgen, die von der Zielgruppe kaum wahrgenommen werden. Der zweite Fehler ist, den Kanal nach der eigenen Vorliebe statt nach dem tatsächlichen Aufenthaltsort der Zielgruppe auszuwählen.
Der dritte Fehler ist, Inhalte rein werblich zu gestalten, ohne echten fachlichen Nutzen zu bieten. Das schadet der Glaubwürdigkeit gerade bei medizinischen Themen, bei denen Vertrauen die zentrale Entscheidungsgrundlage ist.
Innerhalb von acht bis zwölf Wochen sollte die Reichweite je Beitrag spürbar steigen, ohne dass die Frequenz der Beiträge erhöht wird. Ein weiteres Zeichen ist, dass Interessentinnen und Interessenten im Erstgespräch konkret auf Inhalte aus dem gewählten Kanal Bezug nehmen.
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