Von Dominik von Falkenhausen · Klarheit & Einordnung · 2026-10-05

Kurz beantwortet: Objektiv bewerten Sie eine Agentur an Ergebnissen in Ihrer Praxis, nicht an ihrem Bericht. Das sind neue Patientinnen im Monat, die Kosten für eine neue Patientin und der Umsatz daraus. Dafür brauchen Sie einen Ausgangswert vor dem Start, ein schriftliches Ziel und eine eigene Erfassung, woher jede neue Patientin kommt. Geurteilt wird erst nach einer Anlaufzeit von mindestens drei Monaten.
Zählen Sie selbst, wie viele neue Patientinnen durch das Marketing kommen und was jede gekostet hat. Klicks sind nur ein Zwischenschritt.
Viele Berichte von Agenturen zeigen Klicks und Besucherzahlen sowie die Reichweite, also wie viele Menschen eine Anzeige gesehen haben. Diese Zahlen steigen leicht, sagen aber nicht, ob eine Patientin einen Termin gebucht hat.
Die Herausgeberin hat die Frage am 5. Oktober 2026 an ChatGPT, Claude und Gemini gestellt. Alle drei rieten zuerst, ein Ziel festzulegen und an Ergebnissen statt an Klicks zu messen.
Dazu kommt eine Lücke in den Daten. Nach Paragraf 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes dürfen Zählprogramme auf einer Website in der Regel nur mit Einwilligung der Besucher laufen. Wer das Cookie-Banner ablehnt, wird nicht gezählt.
Statistikprogramme zeigen deshalb weniger Besucher und Anfragen, als es wirklich gibt. Die Zählung in der Praxis selbst ist darum die verlässlichere Quelle.
Als Vergleichswert helfen Zahlen aus großen Auswertungen. Der Werbedienstleister LocaliQ hat Suchanzeigen in den USA von Oktober 2024 bis September 2025 ausgewertet.
Für plastische und ästhetische Chirurgie wurden im Mittel 8,52 Prozent der Klicks zu einer Anfrage, eine Anfrage kostete 102,51 US-Dollar. Weicht ein Bericht stark davon ab, lohnt eine Nachfrage, ein Urteil ist es noch nicht.
Die meisten Praxen fahren am besten mit Weg 2 als Grundlage und Weg 1 als Ergänzung. Woran Sie eine gute Agentur schon vor dem Vertrag erkennen, beschreibt der Beitrag Ist eine Marketingagentur für Praxen sinnvoll?.
Diese Zahlen zählen: neue Patientinnen im Monat, die über das Marketing kamen. Kosten für eine neue Patientin, also Werbebudget plus Honorar, geteilt durch diese Patientinnen. Umsatz aus den Behandlungen dieser Patientinnen.
Anfragen je Kanal, etwa Google, Instagram oder Empfehlung. Zeit, bis eine Anfrage beantwortet wird.
Diese Zahlen sagen wenig: Reichweite und Klicks, Follower oder Likes. Sie zeigen, dass etwas passiert, aber nicht, ob es der Praxis nützt.
Eine gute Agentur beantwortet diese Fragen ohne Umweg. Wenn Antworten ausweichen oder nur aus Klickzahlen bestehen, ist das ein Hinweis, noch kein Urteil. Fragen Sie dann nach, welche Zahlen bis zum nächsten Gespräch vorliegen werden.
Die Bewertung passt für jede Praxis, die eine Agentur bezahlt und wissen möchte, was dabei herauskommt. Am meisten hilft sie Praxen, die schon länger mit einer Agentur arbeiten und ein ungutes Gefühl haben, es aber nicht belegen können. Weniger aussagekräftig ist sie in den ersten drei Monaten einer Zusammenarbeit, weil dann noch die Anlaufzeit gemessen wird. Und wenn Ihr Team neue Anfragen nicht beantworten kann, liegt das Problem nicht bei der Agentur. Ob sich eine Agentur für Ihre Praxis überhaupt lohnt, klärt der Beitrag Braucht meine Praxis eine Marketing-Agentur?.
Ausgangswert festhalten, Woche 1. Neue Patientinnen, Anfragen und Umsatz der letzten zwölf Monate, nach Monaten getrennt. Ihr Beitrag: Auswertung aus der Praxissoftware, etwa eine Stunde.
Ziel schriftlich vereinbaren, Woche 1. Mit Zahl und Zeitraum, zum Beispiel eine bestimmte Zahl neuer Patientinnen für eine Behandlung in sechs Monaten. Ihr Beitrag: das Ziel mit der Agentur abstimmen.
Herkunft erfassen, ab Woche 2. Eine feste Frage am Empfang und ein Feld in der Praxissoftware, nicht als Freitext. Ihr Beitrag: das Team einweisen.
Zugänge sichern, Woche 2. Werbekonten, Statistik und Google-Unternehmensprofil laufen auf die Praxis, die Agentur bekommt Zugriff. So sehen Sie dieselben Zahlen wie die Agentur. Ihr Beitrag: Eigentum prüfen.
Monatliche Durchsicht, ab Monat 2. Dreißig Minuten mit der Agentur, Ihre Zahlen neben ihren. Ihr Beitrag: die eigene Zählung mitbringen.
Urteil nach der Anlaufzeit. Bei Anzeigen nach etwa drei Monaten, bei Suchmaschinen und Inhalten nach sechs bis zwölf Monaten. Vergleichen Sie mit dem Ausgangswert und dem Ziel, nicht mit dem Gefühl.
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Praxisbeispiel: MyBeauty Clinic, Nürnberg: Umsatz verfünffacht. Interview und Einordnung.
Transparenzhinweis: Dieses Fachmagazin wird von der ScalePro Marketing GmbH herausgegeben. Die hier gezeigten Praxen sind Kunden des ScaleBeauty Systems. Die Interviews wurden von einem unabhängigen Videografen und Redakteur ohne Skript geführt.
Individuelle Ergebnisse. Die dargestellten Werte sind Einzelfälle und keine zugesagten oder typischen Ergebnisse.
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