Von Dominik von Falkenhausen · Systeme & Struktur · 2026-03-13

Kurz beantwortet: Über eine Kette: Anlass des Patienten benennen, dort sichtbar sein, wo gesucht wird, Vertrauen vor dem Erstkontakt aufbauen und den Termin so einfach wie möglich machen. Reißt ein Glied dieser Kette, hilft mehr Budget an anderer Stelle nicht.
Patienten kommen nicht wegen Werbung, sondern weil sie ein Problem haben. Wer dieses Problem in ihren Worten beschreibt und einen leichten Weg zum Termin anbietet, gewinnt sie.
Patientenakquise ist kein einzelner Kanal, sondern eine Kette aus Anlass, Sichtbarkeit, Vertrauen und einfachem Termin. Reißt ein Glied, hilft mehr Budget an anderer Stelle nicht.
Niemand sucht eine Praxis ohne Grund. Der Anlass ist eine Beschwerde, ein Wunsch oder eine Unsicherheit. Wer die typischen Anlässe seiner Patienten kennt und in deren Worten beschreibt, wird gefunden. Wer nur Behandlungsnamen nennt, wird es nicht.
Das sind heute drei Orte: die Google-Suche, die Karte mit dem Unternehmensprofil und KI-Systeme, die Empfehlungen zusammenfassen. Alle drei greifen auf dieselbe Grundlage zurück – konsistente, ausführliche, aktuelle Informationen über die Praxis.
Bewertungen, echte Fotos, benannte Behandler, verständliche Erklärungen, Angaben zu Ablauf und Kosten. Diese Signale entscheiden meist, bevor jemand überhaupt anruft.
Ein Großteil der Interessenten sucht abends. Wer dann nur eine Telefonnummer anbietet, verliert sie. Onlinebuchung, Rückrufbitte oder ein kurzes Formular sind keine Kür, sondern das Nadelöhr der Akquise.
Sie ist nur nicht planbar. Deshalb ist der sinnvolle Weg nicht, Empfehlungen zu ersetzen, sondern sie durch berechenbare Kanäle zu ergänzen – und dafür zu sorgen, dass Empfohlene die Praxis online auch bestätigt finden.
Akquise beginnt nicht mit Werbung, sondern damit, dass jemand ein Problem hat und Sie darauf eine sichtbare Antwort geben.
Denkbar wäre eine Praxis, die ihre Anfragen fast ausschließlich über Empfehlungen erhält und bei Ausfall eines Zuweisers plötzlich ein Loch im Kalender hat. Nach dem Aufbau von Behandlungsseiten zu den häufigsten Anlässen, einem gepflegten Google-Profil und einer Onlineterminbuchung würde sich die Herkunft der Anfragen in der Regel innerhalb von vier bis sechs Monaten verbreitern.
Zuerst die zehn häufigsten Anlässe notieren, mit denen Patienten kommen. Danach für jeden Anlass eine eigene Seite in Patientensprache schreiben. Anschließend das Google-Profil vollständig pflegen und Bewertungen systematisch erbitten. Danach die Terminbuchung rund um die Uhr ermöglichen. Zuletzt die Herkunft jeder Anfrage erfassen.
Erster Fehler: Es wird ein Kanal nach dem anderen ausprobiert, ohne die Kette zu prüfen. Besser ist, den schwächsten Punkt zuerst zu beheben. Zweiter Fehler: Inhalte sprechen Fachsprache statt Patientensprache. Besser ist, die Worte der Patienten zu verwenden. Dritter Fehler: Bewertungen werden dem Zufall überlassen. Besser ist eine feste Routine nach dem Termin. Vierter Fehler: Die Herkunft von Anfragen wird nicht erfasst. Besser ist eine einfache Frage beim Erstkontakt.
Ein Anhaltspunkt ist, dass Anfragen aus mehreren Quellen kommen statt nur aus einer. Ein zweiter ist eine stabile Grundlast über mehrere Monate. Ein dritter ist ein sinkender Anteil unpassender Anfragen.
Der Aufbau von Behandlungsseiten, Google-Profil und Terminbuchung kostet meist einen mittleren vierstelligen Betrag und dauert acht bis zwölf Wochen. Erste Effekte über die Suche zeigen sich nach drei bis sechs Monaten, eine stabile Grundlast nach neun bis zwölf.
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