Von Dominik von Falkenhausen · Recht & Möglichkeiten · 2026-09-07

Kurz beantwortet: Erlaubt ist sachliche Information über Person, Qualifikation, Methoden, Ablauf, Preise und Erreichbarkeit. Unzulässig sind Wirkaussagen zu Krankheiten, Vergleiche mit ärztlicher Behandlung, Patientenzuschriften als Werbebeleg und Anreizwerbung wie Rabatte oder Gewinnspiele.
Sie dürfen genau beschreiben, was Sie tun – nur nicht, was danach im Körper passiert. Wer über Ablauf statt Wirkung spricht, ist rechtlich sicher und wirkt gleichzeitig glaubwürdiger.
Erlaubt ist sachliche Information über Person, Methoden, Ablauf, Preise und Erreichbarkeit. Unzulässig sind Wirkaussagen zu Krankheiten, Vergleiche mit ärztlicher Behandlung, Zuschriften von Patienten als Werbebeleg und jede Form von Anreizwerbung.
Diese Grenze wirkt für viele Heilpraktiker enger, als sie tatsächlich ist. Was fehlt, ist meist nicht der rechtliche Spielraum, sondern die Übersetzung: Wer nicht über Wirkung sprechen darf, muss über Vorgehen sprechen. Genau das interessiert Interessenten ohnehin mehr.
Für Heilpraktiker gilt in erster Linie das Heilmittelwerbegesetz, dazu das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und – je nach Bundesland – die Berufsordnungen der jeweiligen Verbände. Anders als bei Ärzten gibt es keine bundesweit einheitliche Kammer, was oft zu dem Missverständnis führt, es gebe kaum Vorgaben. Das Gegenteil ist der Fall: Weil das Heilpraktikergesetz die Ausübung erlaubt, aber keine Heilkunde im ärztlichen Sinn beschreibt, wird jede Aussage, die eine ärztliche Wirkung suggeriert, doppelt kritisch bewertet.
Praktisch heißt das: Der Text darf beschreiben, was in der Praxis geschieht, nicht was danach im Körper passiert. Diese Unterscheidung ist die Achse jeder rechtssicheren Formulierung.
Zulässig sind die Angaben zur Person und Qualifikation, die Nennung der angewandten Verfahren, die Beschreibung des Behandlungsablaufs, die Dauer einer Sitzung, Preise, Erreichbarkeit, Räumlichkeiten und die fachliche Haltung, mit der Sie arbeiten. Auch Fachartikel, Vorträge und Erwähnungen in Medien sind erlaubt und wirken stärker als Selbstlob.
Nicht zulässig sind Aussagen, die eine Besserung oder Beseitigung von Krankheiten in Aussicht stellen, der Bezug auf Krankheitsbilder aus dem Katalog des § 12 HWG, Zuschriften von Patienten, die als Wirkbeleg eingesetzt werden, Vorher-Nachher-Darstellungen, sowie Rabatte, Gutscheine und Gewinnspiele. Ebenso problematisch sind Superlative wie „beste Methode“ – anpreisende Selbstdarstellung ist berufsrechtlich heikel und wettbewerbsrechtlich abmahnfähig.
Zwei Sätze über dieselbe Leistung, einer davon riskant, einer davon einwandfrei. Riskant: „Diese Methode löst chronische Verspannungen dauerhaft.“ Einwandfrei: „Bei dieser Methode arbeite ich in 60 Minuten mit manuellen Griffen an Rücken und Schultergürtel; die meisten Klienten kommen in Abständen von zwei bis vier Wochen.“
Der zweite Satz verzichtet auf jedes Versprechen und ist trotzdem konkreter, greifbarer und für die Entscheidung nützlicher. Er beschreibt Prozess statt Ergebnis. Das ist keine Notlösung, sondern der stärkere Text – auch weil er von jedem Mitbewerber unterscheidbar ist.
Der folgende Verlauf ist ein typisiertes Beispiel zur Veranschaulichung, keine Angabe zu einem konkreten Kunden. Belegte Praxisbeispiele mit Klarnamen, Ort und Video finden Sie unter „Praxisbeispiele“.
Häufiges Muster: Eine Heilpraktikerin arbeitet auf ihrer Website mit Formulierungen, die Krankheitsbilder und Wirkungen nennen. Nach einer Beanstandung aus dem Wettbewerb müssen große Teile der Seite kurzfristig vom Netz – und mit ihnen die einzige Quelle für Anfragen.
Beim Neuaufbau werden die Wirkaussagen ersetzt: pro Verfahren eine eigene Seite mit Ablauf, Dauer, Preis, üblicher Anzahl an Sitzungen und einer klaren Angabe, wofür die Praxis nicht zuständig ist. Erfahrungsgemäß verändert sich dabei vor allem die Qualität der Anfragen: Interessenten fragen nach Terminen statt nach Wirkungsversprechen.
Der erste Fehler ist die Übernahme von Herstellertexten für Geräte und Präparate. Diese Texte sind für Fachkreise oder für den Vertrieb geschrieben und enthalten regelmäßig Wirkaussagen, die in der Laienwerbung nicht erlaubt sind. Wer sie kopiert, haftet selbst.
Der zweite Fehler betrifft Bewertungen: Eine Rezension, die eine Heilung schildert, darf nicht als Werbebeleg herausgestellt oder als Zitat auf die Startseite gehoben werden. Bewertungen dürfen bestehen, sie dürfen nur nicht die Aussage tragen, die Sie selbst nicht treffen dürften.
Der dritte Fehler ist die Vermischung von Bezeichnungen. Wer sich in der Nähe ärztlicher Begriffe positioniert, etwa mit Formulierungen rund um Diagnose oder Therapie einer Erkrankung, erzeugt genau die Verwechslungsgefahr, die untersagt ist. Klarheit über die eigene Rolle schützt hier doppelt: rechtlich und in der Wahrnehmung.
In der Beratung sehe ich regelmäßig, dass Praxen mit den vorsichtigsten Texten die besten Anfragen bekommen. Der Grund ist einfach: Wer keine Wirkung verspricht, muss über Vorgehen, Qualifikation und Haltung sprechen – und genau daran entscheiden Menschen, wem sie ihren Körper anvertrauen. Versprechen erzeugen Skepsis, Nachvollziehbarkeit erzeugt Vertrauen.
Der Spielraum liegt deshalb nicht in der Grauzone, sondern in der Präzision. Wer seine Arbeit genau beschreiben kann, braucht keine Aussage, die angreifbar ist.
Ein verlässliches Signal ist, dass Erstanfragen bereits die richtige Leistung benennen und die Vorstellung vom Ablauf stimmt. Ein zweites ist, dass Sie im Erstgespräch weniger korrigieren müssen. Ein drittes ist, dass Sie einen beliebigen Satz Ihrer Website vorlesen können, ohne innerlich zu prüfen, ob er angreifbar ist.
Praxisbeispiel: Berger Aesthetic & Laser, Regensburg – Reichweite 21-fach. Interview und Einordnung.
Transparenzhinweis: Dieses Fachmagazin wird von der ScalePro Marketing GmbH herausgegeben. Die hier gezeigten Praxen sind Kunden des ScaleBeauty Systems. Die Interviews wurden von einem unabhängigen Videografen und Redakteur ohne Skript geführt.
Individuelle Ergebnisse. Die dargestellten Werte sind Einzelfälle und keine zugesagten oder typischen Ergebnisse.
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